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 Ein Blatt im Wind


Ich spüre in mir einen Auftrieb, der sich nur leicht bewegt. Wie ein laues Lüftchen, das sanft ein kleines Blättchen vom Boden hebt. Und… es will hoch hinaus – über die Wolken und alles von oben sehen und vieles beobachten. Doch wo fange ich an – in welcher Richtung ist der Anfang? Wie kann ich das Lüftchen beeinflussen? Oft überkommt mich Wut und Hass, weil ich in die Gefilde von anderen schwebe, die mich nur begutachten wollen. Dann überkommt mich unendlich großes Glück, dass es solch nette, andere, größere Blätter gibt.

Stille ……..Ruhe……..Stillstand

Dann unendliche Liebe, weil - ich weiß, wo ich hin gehöre und fliege wieder zurück auf den Boden. Warte …….warte und hoffe auf das nächste laue Lüftchen. Doch es ist wie ein Dejavue. Jetzt kommt es wieder und alles beginnt von vorne. Nein – da will ich nicht hin – immer zieht es mich nach Osten, wenn ich es laut Gefühl als eine Himmelsrichtung beschreiben müsste. Ich will auch in den Norden, Süden, Westen. Ich möchte fliegen, Potentiale entfalten – nicht auf demselben Platz schweben. Ich spüre Zerrissenheit und Unentschlossenheit. Weiß nicht – wohin! Will ich zu viel? Aus einem Blatt wird kein Baum und keine Blume, dennoch -  so klein – wie es ist, will es nur etwas erleben. Auf dem Rücken eines Delfins schwimmen, auf der höchsten Baumkrone Königin zu spielen, auf den Wellen reiten, auf der Hand eines Kindes liegen, auf der Wiese tanzen, auf einem Stück Holz warten, bis der nächste Sturm es fort trägt, auf den Zehenspitzen wandern – auf dieser Welt etwas Wunderschönes machen. Das kleine Blatt hält inne ….. 

                          und denkt nach …….

                                              viel zu viel …….

statt Taten walten zu lassen. Vielleicht muss es noch vom Wind eine Weile getragen werden, bevor es alleine bestimmen kann – in welche Richtung es geht. Vielleicht….…bin ich wie ein Blatt im Wind und will wohl selber der Wind sein.


7.4.2010© by Victoria von Sternenreich